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Das Journalismus-Metablog – Kuratiert vom DFJV

Autor: Henning Kornfeld

Die besten Newsletter: Handelsblatt Morning Briefing.

Henning Kornfeld10. Mai 2022

Die besten Newsletter für Medien, Wirtschaft und Politik: Das Morning Briefing vom “Handelsblatt” hat den Abschied seines Erfinders Gabor

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Die besten Newsletter: Horizont vor 9.

Henning Kornfeld10. Mai 2022

Die besten Newsletter für Medien, Wirtschaft und Politik: Das Fachmedium “Horizont” serviert Marketing-Menschen täglich die acht leckersten Info-Häpppchen zum

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Wissen Newsletter: Expertinnen-Tipp von Ruth Betz.

Henning Kornfeld9. Mai 2022

Einen Schritt nach dem anderen: Ruth Betz war bis Ende 2021 Geschäftsleiterin Digital News bei Funke Medien Hamburg und

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Die besten Newsletter: Was jetzt?

Henning Kornfeld9. Mai 2022

Die besten Newsletter für Medien, Wirtschaft und Politik: Was jetzt? ist der Morgen-Newsletter der “Zeit”. Die Wochenzeitung gibt darin

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Die besten Newsletter: Unter uns.

Henning Kornfeld9. Mai 2022

Die besten Newsletter für Medien, Wirtschaft und Politik: Schon vor mehr als 20 Jahren hat Gabriele Fischer das Wirtschaftsmagazin

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Hans-Jürgen Jakobs: “Ein Schmunzler darf es morgens sein.”

Henning Kornfeld8. Mai 2022

Kein Gag-Verächter: Hans-Jürgen Jakobs macht für Deutschlands Managerinnen, Bosse und Chefinnen in spe die Nacht zum Tage: Er schreibt für

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Die besten Newsletter: Capital – Die Woche.

Henning Kornfeld8. Mai 2022

Die besten Newsletter für Medien, Wirtschaft und Politik: Die Woche ist ein Wirtschafts-Newsletter für alle, die es gerne ein

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Die besten Newsletter: Tagesanbruch.

Henning Kornfeld6. Mai 2022

Die besten Newsletter für Medien, Wirtschaft und Politik: T-Online-Chefredakteur Florian Harms startet 2016 den Tagesanbruch mit Fokus auf nationaler

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Sebastian Esser: “Die Community ist das Produkt.”

Henning Kornfeld5. Mai 2022

Mitgliederwerbung: Sebastian Esser ist Mitgründer des Magazins “Krautreporter” und der Online-Bezahlplattform Steady. Anfang des Jahres hat er sich dort

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Die besten Newsletter: Spiegel – Die Lage.

Henning Kornfeld3. Mai 2022

Die besten Newsletter für Medien, Wirtschaft und Politik: Von Montag bis Samstag fassen wechselnde “Spiegel”-Autorinnen per Newsletter die Lage

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Degitalisierung: Agilität

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Deutschland soll beim KI-Ausbau schneller werden, dafür braucht es angeblich Deregulierung und agiles Vorgehen. Derartige Agilität haben 17 Software-Entwickler bereits

Ein verwischter Mensch.
groß gemacht. Mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen.

Ein verwischter Mensch.
"Hauptsache schnell" ist das Motto aktueller KI-Entwicklung. – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Jorgen Hendriksen

Die heutige Degitalisierung beginnt mit einem Vibe, mit einer Stimmung.

Der Stimmung des diesjährigen Digitalgipfels, der Anfang dieser Woche in Berlin stattgefunden hat. Daniel und Esther haben bereits wiedergegeben, was dort zu finden war: Eine Mischung aus KI-Torschlusspanik und Walzer im Wirtschaftsviervierteltakt, könnte man verkürzt attestieren. Aber das wäre ein wenig zu kurz gegriffen. Denn eigentlich geht es, zumindest wenn wir unserem Digitalminister Karsten Wildberger und einer Eingangsrede von Montag glauben wollen, um unendlich viel mehr.

Wir seien im Gebiet der sogenannten Künstlichen Intelligenz zu langsam, immer noch. Es benötige mutige Entscheidungen. Weniger Detailregulierung im Voraus, mehr Mut zu schnellen Kurskorrekturen. Also … äh, wie hieß das… Agilität. Was uns zu einem ganz ähnlich angelegten Vibe von 2001 bringt.

2001, in den Bergen von Utah

Im Jahr 2001 waren 17 Softwareentwickler (die Diversität war damals nicht besonders hoch) unzufrieden mit ihrem beruflichen Schaffen. Prozesse waren schwerfällig, mehr oder weniger fühlten sich alle Entwicklungsprojekte wie reine Bürokratieaufgaben an, die Fertigstellung von Produkten dauerte Jahre und am Ende waren sie nicht einmal gut.

Das Treffen der Siebzehn fand im Februar 2001 in der Lodge at Snowbird (Utah) statt. Umgeben von Bergen diskutierten die Experten beim Skifahren und Entspannen über Alternativen zu damals etablierten Projektmanagementmethoden, mit denen zukünftig bessere digitale Produkte entstehen sollten. Kein Wasserfall mehr, sondern etwas anderes. Sie einigten sich auf zwölf Prinzipien, die auf vier Grundwerten fußen – das Agile Manifesto. Die wichtigsten Kernprinzipien verlangen, den Kunden durch frühe, kontinuierliche Softwarelieferung zufriedenzustellen, Änderungen jederzeit willkommen zu heißen und Projekte um motivierte Individuen in selbstorganisierten Teams aufzubauen.

Die 17 brachten ganz unterschiedliche Erfahrungen mit relativ neuen Projektmanagementmethoden mit. Da gab es Scrum, ein Framework, mit dem Projekte in kurzen Schritten, in Sprints mit kontinuierlichem Kund*innen-Feedback, entwickelt werden sollen, um am Ende zu besseren Endergebnissen und zufriedeneren Kunden zu führen. Dann war da auch noch XP – Extreme Programming. Eine Methode, die sich etwa auf technische Exzellenz durch kontinuierliche Tests und Pair-Programming fokussiert. Es gab DSDM (Dynamic Systems Development Method), was sich weniger auf das stumpfe Abarbeiten von Anforderungen besinnt, sondern Anforderungen nach MoSCoW priorisiert. Also Anforderungen, die wirklich wichtig sind, welche, die es sein sollten, aber auch solche, die entbehrlich sind.

Die 17 Entwickler einigten sich mit dem Agile Manifesto auf einen gemeinsamen Wertekanon, der in den Jahren darauf die Landschaft der Softwareentwicklung entscheidend prägen sollte. Aus der Unzufriedenheit dieser Gruppe wird gleichsam ein international anwendbares Leitbild, wie in Teams bessere digitale Produkte entstehen können.

2026, in einer Industriehalle in Berlin

2026 gibt es in einer Industriehalle in Berlin eine ähnliche Unzufriedenheit wie in Utah 2001. Denn in der Rede von Karsten Wildberger beim Digitalgipfel klingen seine Wünsche ganz ähnlich wie die der 17 Entwickler: Es könne nicht jedes Detail im Voraus reguliert werden. Wir müssten aus realer Evidenz lernen und einen möglichen falschen Kurs schnell anpassen. Würden wir so Künstliche Intelligenz vorantreiben, könne uns das wesentlich stärkeres Wachstum liefern.

–––

Gegen Ausweiskontrollen im Netz.
Wir kämpfen für ein offenes Internet. Das geht nur mit deiner Unterstützung.

–––

Mehr Freiheiten den Machern also, den Ja-Sagern (vorwiegend zur künstlichen Intelligenz). Um Sicherheit werde man sich zwar auch kümmern, aber der Innovation wolle man nicht im Weg stehen. Innovation als geradezu scheues Reh, das zu viel Sicherheit am Anfang bloß nicht verscheuchen darf.

Ja, es ist durchaus so, dass Produktinnovation immer wieder Räume benötigt, um Neues auszuprobieren, um sich Feedback zu holen und auch zu scheitern. Nur ist speziell im Kontext der aktuellen Diskussion von Künstlicher Intelligenz nicht mehr von einer Ausprobierphase zu sprechen, wenn oft sehr fragwürdige KI-Systeme bereits massenhaft in immer mehr Bereiche des Alltags wandern. „Ausprobiert“ werden KI-Überwachungssysteme wie am Kottbuser Tor in Berlin gleich ganztägig, auch wenn die Erfolge zweifelhaft sind.

Wie entstehen wirklich bessere Produkte?

25 Jahre später ist es vielleicht einmal Zeit, zu schauen, ob dieser Ruf nach einer besseren Arbeitsweise, nach mehr individuellen Freiheiten für die Macher und Teams, die entwickeln, wirklich auch zu besseren Ergebnissen führt.

Dank wissenschaftlicher Begleitung zeigt sich, dass die 2001 entwickelte Agilität viele unterschiedliche Konsequenzen für Projekte und deren Ergebnisse haben kann. Böse Zungen behaupten vielleicht, dass Scrum immer nur Murks werden kann, Projekte nicht fertig werden und diese allzu schnell scheitern. Metastudien kommen zu keiner klaren universellen Wirkung von Agilität, attestieren aber, dass agile Unternehmen resilienter sind.

Für Software bietet ein agiles Vorgehen nach Methoden wie Scrum nicht per se eine Verbesserung etwa der Softwarequalität. Agile Methoden können aber eine Kultur schaffen, die hervorragende Ergebnisse schafft, etwa weil gutes Engineering und Qualitätssicherung gelebt werden können.

Eine Kultur für gute Produkte? Eine solche scheint in der schnelllebigen, verschwenderischen und egozentrischen Zeit ressourcenfressender Large-Language-Modelle vollends verloren gegangen zu sein. Lange ungelöste Probleme wie Halluzinationen, Bias oder immenser Ressourcenbedarf? Beheben wir vielleicht – nie. Bedürfnisse der User*innen genau hinterfragen und überlegen, ob bestimmte KI-Funktionen wirklich hilfreich sind? Das war gestern. KI‑Funktionen werden jetzt einfach überall hineingeworfen.

2022 prägte Cory Doctorow den Begriff „Enshittification“. Er beschrieb dabei den Verfall von Online-Plattformen: Erst locken sie Nutzer an, dann Werbekunden, um schließlich beide für maximalen Profit auszubeuten. Agile Softwareentwicklung begünstigt eine solche Entwicklung oft ungewollt. Durch inkrementelle, schnelle Updates in Sprints lassen sich kleine, gewinnorientierte Verschlechterungen schleichend und ohne großen Aufschrei der Nutzer implementieren, bis am Ende nur noch ein „enshittifacted“ Produkt bleibt, das vor ein paar Releases eigentlich ganz okay war.

–––

Die Arbeit von netzpolitik.org finanziert sich aus den Spenden unserer Leser:innen.
Unterstütze auch du unseren gemeinwohlorientierten, werbe- und trackingfreien Journalismus. Spende jetzt..

–––

Nutzer*innen sind dabei selten glücklicher mit den neuen Produkten, aber die wirtschaftlichen Stakeholder erfreuen sich über mehr Profit. Beispiel einer großen Ansammlung an Enshittification bei gleichzeitiger Gewinnoptimierung: der Fahrdienst Uber.

Neue Technik macht hier nicht automatisch alles besser, wie uns oftmals versprochen wird. Das Aufkommen von heute omnipräsenter KI in Form von ChatGPT Ende November 2022 hat letztlich immer noch leistungsfähigere, aber ähnlich fehlerhafte Produktreleases von Chatbots und darauf aufbauenden Anwendungen gebracht. Das Aufkommen sozialer Netzwerke hat nicht zu mehr digitalen Communities ohne erhebliche gesundheitliche Nebenwirkungen geführt, Algorithmen wie etwa der von TikTok gelten als Gesundheitsgefahr und eigentlich braucht es grundlegende Änderungen.

Integrierte Produkteigenschaften

Der Wunsch der Wirtschaft nach mehr Freiheit von den „Fesseln der Regulatorik“, wie gerade im Umgang mit Künstlicher Intelligenz auf dem Digitalgipfel gefordert, ist also eigentlich eher ein Spiegelbild des aktuellen Anspruchs an die Umsetzungsqualität digitaler Produkte. Wer fordert, dass Datenschutz im digitalen Omnibus anders geregelt werden müsse, zeigt, wie sehr er sich um Grundrechte schert. Wer jetzt schon fordert, dass der AI Act anders umgesetzt werden muss, obwohl dieser noch kaum in Anwendung ist, lässt durchblicken, wie es um den Anspruch steht, universelle Produkteigenschaften wie KI-Sicherheit wirklich erfüllen zu wollen.

In der Softwareentwicklung wurden nach dem agilen Manifest von 2001 schrittweise Prozesse und Verhaltensweisen entwickelt, die auch vermeintlich innovationshemmende Disziplinen wie Sicherheit in den Produktentwicklungszyklus aufgenommen haben. Sicherheit in Softwareprojekten erst gegen Ende zu betrachten, wie es Karsten Wildberger indirekt auch 2026 andeutet, ist immer teuer und führt kaum zu wirklich sicheren Produkten. In der agilen Entwicklung hat sich deswegen in den 2010er Jahren mit DevSecOps eine Vorgehensweise etabliert, die Sicherheit als integralen Bestandteil einer jeden Produktentwicklung sieht, von der Entwicklung bis zum Betrieb eines Produktes. Produkte, die so sicher begleitet werden, können auch trotz sprunghafter Innovation kontinuierlich sicher werden. Nur wurde hier Sicherheit nicht als nachträglicher Gedanke gesehen, sondern als integraler Bestandteil eines Produktes.

Meist ist es ein Ergebnis gescheiterter Prioritätensetzung und auch oftmals falscher politischer Anreize, der Wirtschaft mit einfacherer Regulierung etwas Gutes schaffen zu wollen. Bestimmte Eigenschaften müssen regulatorisch eingefordert werden, weil der Markt sie nicht als relevant erachtet. Das ist beim Datenschutz mit der Datenschutzgrundverordnung so gewesen, ist bei der IT-Sicherheit mit dem Cyber Resilience Act so gewesen und das wird wohl in ein paar Jahren nach vermeintlicher Innovation auch mit Produkten von KI‑Elementen so sein.

Eventuell, nur ganz eventuell, ist die letzte Chance, als Europa im Zeitalter von sogenannter Künstlicher Intelligenz den Anschluss nicht zu verpassen, sinnvollerweise gar kein Nachahmen von schädlichen KI-Produkten aus anderen Ländern. Eventuell ist diese Chance das Schaffen rundum besserer digitaler Produkte, die Nachhaltigkeit, Demokratiebewahrung, Grundrechtskonformität und Sicherheit von Beginn an wirklich mit in die digitale Produktentwicklung mit aufnehmen. Das geht auch agil, nur muss man das politisch und wirtschaftlich auch wirklich wollen.

–––

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Wir berichten über aktuelle netzpolitische Entwicklungen, decken Skandale auf und stoßen Debatten an. Dabei sind wir vollkommen unabhängig. Denn unser Kampf für digitale Freiheitsrechte finanziert sich aus den Spenden unserer Leser:innen. Jetzt spenden.

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Ein verwischter Mensch.
groß gemacht. Mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen.

Ein verwischter Mensch.
"Hauptsache schnell" ist das Motto aktueller KI-Entwicklung. – Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com: Jorgen Hendriksen

Die heutige Degitalisierung beginnt mit einem Vibe, mit einer Stimmung.

Der Stimmung des diesjährigen Digitalgipfels, der Anfang dieser Woche in Berlin stattgefunden hat. Daniel und Esther haben bereits wiedergegeben, was dort zu finden war: Eine Mischung aus KI-Torschlusspanik und Walzer im Wirtschaftsviervierteltakt, könnte man verkürzt attestieren. Aber das wäre ein wenig zu kurz gegriffen. Denn eigentlich geht es, zumindest wenn wir unserem Digitalminister Karsten Wildberger und einer Eingangsrede von Montag glauben wollen, um unendlich viel mehr.

Wir seien im Gebiet der sogenannten Künstlichen Intelligenz zu langsam, immer noch. Es benötige mutige Entscheidungen. Weniger Detailregulierung im Voraus, mehr Mut zu schnellen Kurskorrekturen. Also … äh, wie hieß das… Agilität. Was uns zu einem ganz ähnlich angelegten Vibe von 2001 bringt.

2001, in den Bergen von Utah

Im Jahr 2001 waren 17 Softwareentwickler (die Diversität war damals nicht besonders hoch) unzufrieden mit ihrem beruflichen Schaffen. Prozesse waren schwerfällig, mehr oder weniger fühlten sich alle Entwicklungsprojekte wie reine Bürokratieaufgaben an, die Fertigstellung von Produkten dauerte Jahre und am Ende waren sie nicht einmal gut.

Das Treffen der Siebzehn fand im Februar 2001 in der Lodge at Snowbird (Utah) statt. Umgeben von Bergen diskutierten die Experten beim Skifahren und Entspannen über Alternativen zu damals etablierten Projektmanagementmethoden, mit denen zukünftig bessere digitale Produkte entstehen sollten. Kein Wasserfall mehr, sondern etwas anderes. Sie einigten sich auf zwölf Prinzipien, die auf vier Grundwerten fußen – das Agile Manifesto. Die wichtigsten Kernprinzipien verlangen, den Kunden durch frühe, kontinuierliche Softwarelieferung zufriedenzustellen, Änderungen jederzeit willkommen zu heißen und Projekte um motivierte Individuen in selbstorganisierten Teams aufzubauen.

Die 17 brachten ganz unterschiedliche Erfahrungen mit relativ neuen Projektmanagementmethoden mit. Da gab es Scrum, ein Framework, mit dem Projekte in kurzen Schritten, in Sprints mit kontinuierlichem Kund*innen-Feedback, entwickelt werden sollen, um am Ende zu besseren Endergebnissen und zufriedeneren Kunden zu führen. Dann war da auch noch XP – Extreme Programming. Eine Methode, die sich etwa auf technische Exzellenz durch kontinuierliche Tests und Pair-Programming fokussiert. Es gab DSDM (Dynamic Systems Development Method), was sich weniger auf das stumpfe Abarbeiten von Anforderungen besinnt, sondern Anforderungen nach MoSCoW priorisiert. Also Anforderungen, die wirklich wichtig sind, welche, die es sein sollten, aber auch solche, die entbehrlich sind.

Die 17 Entwickler einigten sich mit dem Agile Manifesto auf einen gemeinsamen Wertekanon, der in den Jahren darauf die Landschaft der Softwareentwicklung entscheidend prägen sollte. Aus der Unzufriedenheit dieser Gruppe wird gleichsam ein international anwendbares Leitbild, wie in Teams bessere digitale Produkte entstehen können.

2026, in einer Industriehalle in Berlin

2026 gibt es in einer Industriehalle in Berlin eine ähnliche Unzufriedenheit wie in Utah 2001. Denn in der Rede von Karsten Wildberger beim Digitalgipfel klingen seine Wünsche ganz ähnlich wie die der 17 Entwickler: Es könne nicht jedes Detail im Voraus reguliert werden. Wir müssten aus realer Evidenz lernen und einen möglichen falschen Kurs schnell anpassen. Würden wir so Künstliche Intelligenz vorantreiben, könne uns das wesentlich stärkeres Wachstum liefern.

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Gegen Ausweiskontrollen im Netz.
Wir kämpfen für ein offenes Internet. Das geht nur mit deiner Unterstützung.

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Mehr Freiheiten den Machern also, den Ja-Sagern (vorwiegend zur künstlichen Intelligenz). Um Sicherheit werde man sich zwar auch kümmern, aber der Innovation wolle man nicht im Weg stehen. Innovation als geradezu scheues Reh, das zu viel Sicherheit am Anfang bloß nicht verscheuchen darf.

Ja, es ist durchaus so, dass Produktinnovation immer wieder Räume benötigt, um Neues auszuprobieren, um sich Feedback zu holen und auch zu scheitern. Nur ist speziell im Kontext der aktuellen Diskussion von Künstlicher Intelligenz nicht mehr von einer Ausprobierphase zu sprechen, wenn oft sehr fragwürdige KI-Systeme bereits massenhaft in immer mehr Bereiche des Alltags wandern. „Ausprobiert“ werden KI-Überwachungssysteme wie am Kottbuser Tor in Berlin gleich ganztägig, auch wenn die Erfolge zweifelhaft sind.

Wie entstehen wirklich bessere Produkte?

25 Jahre später ist es vielleicht einmal Zeit, zu schauen, ob dieser Ruf nach einer besseren Arbeitsweise, nach mehr individuellen Freiheiten für die Macher und Teams, die entwickeln, wirklich auch zu besseren Ergebnissen führt.

Dank wissenschaftlicher Begleitung zeigt sich, dass die 2001 entwickelte Agilität viele unterschiedliche Konsequenzen für Projekte und deren Ergebnisse haben kann. Böse Zungen behaupten vielleicht, dass Scrum immer nur Murks werden kann, Projekte nicht fertig werden und diese allzu schnell scheitern. Metastudien kommen zu keiner klaren universellen Wirkung von Agilität, attestieren aber, dass agile Unternehmen resilienter sind.

Für Software bietet ein agiles Vorgehen nach Methoden wie Scrum nicht per se eine Verbesserung etwa der Softwarequalität. Agile Methoden können aber eine Kultur schaffen, die hervorragende Ergebnisse schafft, etwa weil gutes Engineering und Qualitätssicherung gelebt werden können.

Eine Kultur für gute Produkte? Eine solche scheint in der schnelllebigen, verschwenderischen und egozentrischen Zeit ressourcenfressender Large-Language-Modelle vollends verloren gegangen zu sein. Lange ungelöste Probleme wie Halluzinationen, Bias oder immenser Ressourcenbedarf? Beheben wir vielleicht – nie. Bedürfnisse der User*innen genau hinterfragen und überlegen, ob bestimmte KI-Funktionen wirklich hilfreich sind? Das war gestern. KI‑Funktionen werden jetzt einfach überall hineingeworfen.

2022 prägte Cory Doctorow den Begriff „Enshittification“. Er beschrieb dabei den Verfall von Online-Plattformen: Erst locken sie Nutzer an, dann Werbekunden, um schließlich beide für maximalen Profit auszubeuten. Agile Softwareentwicklung begünstigt eine solche Entwicklung oft ungewollt. Durch inkrementelle, schnelle Updates in Sprints lassen sich kleine, gewinnorientierte Verschlechterungen schleichend und ohne großen Aufschrei der Nutzer implementieren, bis am Ende nur noch ein „enshittifacted“ Produkt bleibt, das vor ein paar Releases eigentlich ganz okay war.

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Neue Technik macht hier nicht automatisch alles besser, wie uns oftmals versprochen wird. Das Aufkommen von heute omnipräsenter KI in Form von ChatGPT Ende November 2022 hat letztlich immer noch leistungsfähigere, aber ähnlich fehlerhafte Produktreleases von Chatbots und darauf aufbauenden Anwendungen gebracht. Das Aufkommen sozialer Netzwerke hat nicht zu mehr digitalen Communities ohne erhebliche gesundheitliche Nebenwirkungen geführt, Algorithmen wie etwa der von TikTok gelten als Gesundheitsgefahr und eigentlich braucht es grundlegende Änderungen.

Integrierte Produkteigenschaften

Der Wunsch der Wirtschaft nach mehr Freiheit von den „Fesseln der Regulatorik“, wie gerade im Umgang mit Künstlicher Intelligenz auf dem Digitalgipfel gefordert, ist also eigentlich eher ein Spiegelbild des aktuellen Anspruchs an die Umsetzungsqualität digitaler Produkte. Wer fordert, dass Datenschutz im digitalen Omnibus anders geregelt werden müsse, zeigt, wie sehr er sich um Grundrechte schert. Wer jetzt schon fordert, dass der AI Act anders umgesetzt werden muss, obwohl dieser noch kaum in Anwendung ist, lässt durchblicken, wie es um den Anspruch steht, universelle Produkteigenschaften wie KI-Sicherheit wirklich erfüllen zu wollen.

In der Softwareentwicklung wurden nach dem agilen Manifest von 2001 schrittweise Prozesse und Verhaltensweisen entwickelt, die auch vermeintlich innovationshemmende Disziplinen wie Sicherheit in den Produktentwicklungszyklus aufgenommen haben. Sicherheit in Softwareprojekten erst gegen Ende zu betrachten, wie es Karsten Wildberger indirekt auch 2026 andeutet, ist immer teuer und führt kaum zu wirklich sicheren Produkten. In der agilen Entwicklung hat sich deswegen in den 2010er Jahren mit DevSecOps eine Vorgehensweise etabliert, die Sicherheit als integralen Bestandteil einer jeden Produktentwicklung sieht, von der Entwicklung bis zum Betrieb eines Produktes. Produkte, die so sicher begleitet werden, können auch trotz sprunghafter Innovation kontinuierlich sicher werden. Nur wurde hier Sicherheit nicht als nachträglicher Gedanke gesehen, sondern als integraler Bestandteil eines Produktes.

Meist ist es ein Ergebnis gescheiterter Prioritätensetzung und auch oftmals falscher politischer Anreize, der Wirtschaft mit einfacherer Regulierung etwas Gutes schaffen zu wollen. Bestimmte Eigenschaften müssen regulatorisch eingefordert werden, weil der Markt sie nicht als relevant erachtet. Das ist beim Datenschutz mit der Datenschutzgrundverordnung so gewesen, ist bei der IT-Sicherheit mit dem Cyber Resilience Act so gewesen und das wird wohl in ein paar Jahren nach vermeintlicher Innovation auch mit Produkten von KI‑Elementen so sein.

Eventuell, nur ganz eventuell, ist die letzte Chance, als Europa im Zeitalter von sogenannter Künstlicher Intelligenz den Anschluss nicht zu verpassen, sinnvollerweise gar kein Nachahmen von schädlichen KI-Produkten aus anderen Ländern. Eventuell ist diese Chance das Schaffen rundum besserer digitaler Produkte, die Nachhaltigkeit, Demokratiebewahrung, Grundrechtskonformität und Sicherheit von Beginn an wirklich mit in die digitale Produktentwicklung mit aufnehmen. Das geht auch agil, nur muss man das politisch und wirtschaftlich auch wirklich wollen.

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KW 45: Die Woche, in der die Welt gegen Rechenzentren aufbegehrte

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Die 45. Kalenderwoche geht zu Ende. Wir haben 21 neue Texte mit insgesamt 128.008 Zeichen veröffentlicht. Willkommen zum netzpolitischen

.

– : Fraktal, generiert mit MandelBrowser von Tomasz Śmigielski

Liebe Leser*innen,

Donald Trumps aktuelle Amtszeit ist gekennzeichnet von einer intensiven Beziehung zwischen Regierung und Big Tech. Also jenen Unternehmen, die gerade in vielen Gegenden der USA in megalomanischen Bauprojekten Riesen-Rechenzentren hochziehen wollen, die sie oft mit eigenen Erdgaskraftwerken antreiben, teils sogar mit ausrangierten Flugzeugturbinen.

Die Rechenzentren sind laut, schaden der Umwelt, machen in der Umgebung den Strom teurer, saugen die Wasserreserven ab und ihr Betrieb schafft so gut wie keine Jobs. Absolut verständlich also, dass in vielen Regionen der USA Widerstandsbewegungen entstanden sind, die sich teils sogar erfolgreich den Projekten entgegenstellen.

Als diese Woche die US-Wähler*innen in den Midterm-Wahlen die Republikaner unter Donald Trump hart abstraften, war das auch die Rechnung für den Dauer-Engtanz mit den großen Digitalkonzernen. Wähler*innen machen sich Sorgen, wo die Entwicklung hinführen soll: Die Machtkonzentration, der naive Fortschrittsglaube, die immer größere KI-Blase.

In vielen Regionen waren die Rechenzentren zum Wahlkampfthema geworden – als anschauliches Beispiel für den exzessiven Expansionsdrang der Unternehmen. An vielen Orten wurden mit den Republikanern auch die Computerhallen abgewählt.

Proteste auch in Deutschland

Auch in Deutschland ist der Hype rund um KI immens, und damit auch der Bedarf nach Rechenzentren. KI werde die deutsche Wirtschaft retten, hofft zumindest die Bundesregierung. Bis 2030 soll auch dafür die Rechenzentrums-Kapazität mehr als verdoppelt werden. Was das für den Wasserverbrauch bedeutet: fraglich und intransparent, wie Forscher diese Woche in einer von Greenpeace beauftragten Studie gewarnt haben.

Doch auch in Deutschland regt sich Widerstand. In diesen Tagen haben sich Menschen zu Protesten und Aktionen gegen Rechenzentrums-Bauprojekte in vielen europäischen Hauptstädten verabredet – auch in Berlin. Kollegin Muna hat die Protestierenden an der Baustelle eines Riesen-Rechenzentrums getroffen.

Mich stimmt diese Bewegung zuversichtlich. Ich stehe den allermeisten KI-Projekten und demnach auch einem Großteil der Rechenzentren hochkritisch gegenüber, aus einer ganzen Reihe von Gründen. Zu sehen, dass ich damit nicht alleine bin, macht mich wirklich froh.

Viel Spaß beim Lesen!

Martin


Verhaltensscanner in Berlin: Kreisverkehr der Kontrolle

Ein Lebensraum, 30 Kameras. Und eine Software, die permanent prüft, ob alle Anwesenden sich verhalten wie erwünscht. Am Kottbusser Tor in Berlin begann vergangene Woche die automatisierte Dauer-Überwachung. Wie verändert sie den Ort? Von Martin Schwarzbeck –
Artikel lesen

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Gegen Ausweiskontrollen im Netz.
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Datentausch und Strafverfolgung: Trump findet ersten EU-Partner zur Jagd auf Antifa-Gruppen

Washington und Budapest wollen Informationen über linke Gruppen austauschen und sie gemeinsam verfolgen. Im besonderen Fokus steht eine deutsche „Antifa Ost“. Die Bundesregierung bereitet unterdessen einen zweiten US-Gipfel zu „Linksextremismus“ in Deutschland vor. Von Matthias Monroy –
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Trugbild: Männer, die auf Frauen starren

Smartphones und Smartglasses bringen einen im Internet geformten Blick auf die Straße. Das erschwert die Bewegung im öffentlichen Raum. Von Vincent Först –
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Verhaltensscanner in Berlin: Verdrängung der Schwächsten

Jetzt läuft die Videoüberwachung mit Verhaltensanalyse in Berlin dauerhaft. Ein Datenschützer, ein Süchtiger, zwei Sozialarbeiter*innen und zwei Gewerbetreibende präsentieren ihre Perspektiven auf die neue Technologie. Von Rika Baack, Martin Schwarzbeck –
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KI, Cloud und Open Source: Die EU sucht die digitale Souveränität

Die EU will mehr digitale Souveränität. Doch statt eigene hoch leistungsfähige KI-Modelle zu entwickeln, setzt die EU-Kommission nun auf industrielle Anwendung. Bei Plänen zu souveränen Clouds bleibt eine Tür für US-Konzerne offen und Open Source bräuchte mehr Verbindlichkeit. Ein Überblick. Von Anna Ströbele Romero –
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GenZ-Proteste: Nebelkerzen gegen die Angst vor der Straße

Die europäische Protestbewegung schwappt nach Deutschland. Doch die politischen Forderungen gehen im rassistischen Getöse um Sicherheit, Krawall und Gewalt unter. Der schwachen Bundesregierung dürfte das recht sein. Ein Kommentar. Von Markus Reuter –
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„Handy-Blitzer“: Verkehrsminister möchte in alle Autos filmen

Eine neue Form der anlasslosen Massenüberwachung steht bundesweit vor der Tür. Mit KI-gestützter Videoüberwachung sollen Handy-Sünder am Steuer überführt werden. Doch Datenschützer warnen schon lange, dass die Systeme auch für anderes nutzbar wären. Von Markus Reuter –
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Digitalgipfel: Im Takt der Wirtschaft

Auf ihrem Digitalgipfel vergab die Bundesregierung die Chance, über die gesellschaftliche Regulierung von KI zu sprechen. Stattdessen ging es einmal mehr um Wirtschaftswachstum und Datennutzung. Ein Kommentar. Von Daniel Leisegang –
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„Medienspiegel“-Sonderpreis : Off-the-Record-Podcast erhält Auszeichnung für transparenten Journalismus

Unser Podcast „Off the Record“ wurde ausgezeichnet! Einmal im Monat nehmen wir euch mit hinter die Kulissen, das wurde nun mit einem Preis für transparenten Journalismus gekürt. Von netzpolitik.org –
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Digitalpolitik in Armenien: Transparenz in Krisenzeiten

Armenien erlebte in den vergangenen Jahren Krieg, Krisen und Revolution. Währenddessen blieben Gesetze zur Informationsfreiheit bestehen. Bei einem Ortsbesuch berichten Aktivist:innen und Medienschaffende aus dem Kaukasus-Land, wie sie sich für Transparenz engagieren und was sie sich für die Zukunft wünschen. Von Gastbeitrag, Dénes Jäger –
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Digitalgipfel: KI-Torschlusspanik

Künstliche Intelligenz als Treiber für die Wirtschaft: Das war das bestimmende Thema des diesjährigen Digitalgipfels. Dabei ist vor allem der öffentliche Sektor als Markt attraktiv, allen voran die öffentliche Verwaltung. Von Esther Menhard –
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Bezahlkarte für Asylsuchende: Berlin setzt Bargeld-Obergrenze aus

In Berlin soll es vorerst keine Bargeld-Obergrenze für Geflüchtete mehr geben, die eine Bezahlkarte nutzen müssen. Der Flüchtlingsrat Berlin nennt das einen „Teilerfolg auf einem längeren Weg“. Ob die diskriminierenden Bezahlkarten in der Hauptstadt wieder abgeschafft werden, hängt auch von den Koalitionsverhandlungen ab. Von Anna Biselli –
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London, Paris, Berlin: Europaweite Proteste gegen Rechenzentren am Wochenende

Zivilgesellschaftliche Gruppen fordern ein sofortiges Moratorium für große Rechenzentren in Europa. Die Initiative „Stop Dirty Data Centres“ plant für den 6. und 7. November Proteste und Aktionen. Im Süden Berlins findet am Freitag eine Demonstration gegen ein geplantes Rechenzentrum statt. Von Muna Turki –
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London, Paris, Berlin: Action Against Data Centers Goes Europe-Wide This Weekend

Civil society groups are calling for an immediate moratorium on large data centers in Europe. The initiative „Stop Dirty Data Centres” is planning protests and community-led actions on November 6 and 7. A protest against a data centre in south Berlin is taking place on Friday. Von Muna Turki –
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Staatliche Transparenz: Innenminister will Informationsfreiheit durch die Hintertür einschränken

Der Protest gegen die Pläne der Bundesregierung, die Informationsfreiheit einzuschränken, ist unerwartet groß. Nun versucht das Innenministerium, die Pläne in einem Gesetz zur kritischen Infrastruktur zu verstecken und so Auskunftspflichten des Staates zu beschneiden. Von Markus Reuter –
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Greenpeace-Studie: Bau von Riesen-Rechenzentren könnte Wasserverbrauch mehr als verdoppeln

Neben Strom verbrauchen Rechenzentren große Mengen Wasser. Die Bundesregierung will sie im Zuge des KI-Hypes massiv ausbauen – ohne Angaben zum Wasserverbrauch. Nun liefern Forscher eine erste Schätzung und kritisieren die mangelnde Transparenz der Branche. Von Ingo Dachwitz –
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Breitbandausbau: Die schwierigen letzten Meter

Immer mehr moderne Glasfaserleitungen liegen bereits im Boden, enden aber bei der Bordsteinkante. Bis zum Anschluss in der Wohnung fehlen oft nur wenige Meter. Derzeit berät der Bundestag, wie sich diese Strecke überwinden lässt. Von Tomas Rudl –
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Analyse zu den Midterms: Wie sich Elon Musk in beide Knie schoss

Mit fast 500 Millionen Dollar Wahlkampfunterstützung und seiner Propagandaplattform X wollte Elon Musk die Wahlergebnisse beeinflussen. Doch das Projekt ist ihm um die Ohren geflogen. Für die Tech-Milliardäre wird es jetzt ungemütlicher. Von Markus Reuter –
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Rabbit-Hole-Effekt: EU-Kommission hält TikTok-Feed für schädlich

TikToks Empfehlungssystem kann Nutzer:innen schaden, hat die EU-Kommission heute vorläufig festgestellt. Der personalisierte Feed zeige Menschen immer mehr von dem, was sie zu interessieren scheint – auch wenn es dabei um psychische Probleme geht. Brüssel verlangt deswegen grundlegende Änderungen. Von Anna Ströbele Romero –
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“Too Fast, Too Big”: Activists Across Europe Challenge Data Center Rush

In London, Amsterdam, Vienna and other European cities, activists took to the streets on Friday to protest against data centers. The first pan-European action of its kind also drew protesters in Berlin. Data centers increasingly shape political debates around the world. Von Muna Turki –
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„Zu schnell, zu groß“: Protestierende in ganz Europa kämpfen gegen den Rechenzentrums-Boom

In London, Amsterdam, Wien und anderen europäischen Städten gingen Aktivist*innen auf die Straße, um gegen Rechenzentren zu protestieren. Die erste europaweite Aktion dieser Art zog auch in Berlin Demonstrierende an. Rechenzentren prägen weltweit zunehmend die politischen Debatten. Von Muna Turki –
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Die 45. Kalenderwoche geht zu Ende. Wir haben 21 neue Texte mit insgesamt 128.008 Zeichen veröffentlicht. Willkommen zum netzpolitischen

.

– : Fraktal, generiert mit MandelBrowser von Tomasz Śmigielski

Liebe Leser*innen,

Donald Trumps aktuelle Amtszeit ist gekennzeichnet von einer intensiven Beziehung zwischen Regierung und Big Tech. Also jenen Unternehmen, die gerade in vielen Gegenden der USA in megalomanischen Bauprojekten Riesen-Rechenzentren hochziehen wollen, die sie oft mit eigenen Erdgaskraftwerken antreiben, teils sogar mit ausrangierten Flugzeugturbinen.

Die Rechenzentren sind laut, schaden der Umwelt, machen in der Umgebung den Strom teurer, saugen die Wasserreserven ab und ihr Betrieb schafft so gut wie keine Jobs. Absolut verständlich also, dass in vielen Regionen der USA Widerstandsbewegungen entstanden sind, die sich teils sogar erfolgreich den Projekten entgegenstellen.

Als diese Woche die US-Wähler*innen in den Midterm-Wahlen die Republikaner unter Donald Trump hart abstraften, war das auch die Rechnung für den Dauer-Engtanz mit den großen Digitalkonzernen. Wähler*innen machen sich Sorgen, wo die Entwicklung hinführen soll: Die Machtkonzentration, der naive Fortschrittsglaube, die immer größere KI-Blase.

In vielen Regionen waren die Rechenzentren zum Wahlkampfthema geworden – als anschauliches Beispiel für den exzessiven Expansionsdrang der Unternehmen. An vielen Orten wurden mit den Republikanern auch die Computerhallen abgewählt.

Proteste auch in Deutschland

Auch in Deutschland ist der Hype rund um KI immens, und damit auch der Bedarf nach Rechenzentren. KI werde die deutsche Wirtschaft retten, hofft zumindest die Bundesregierung. Bis 2030 soll auch dafür die Rechenzentrums-Kapazität mehr als verdoppelt werden. Was das für den Wasserverbrauch bedeutet: fraglich und intransparent, wie Forscher diese Woche in einer von Greenpeace beauftragten Studie gewarnt haben.

Doch auch in Deutschland regt sich Widerstand. In diesen Tagen haben sich Menschen zu Protesten und Aktionen gegen Rechenzentrums-Bauprojekte in vielen europäischen Hauptstädten verabredet – auch in Berlin. Kollegin Muna hat die Protestierenden an der Baustelle eines Riesen-Rechenzentrums getroffen.

Mich stimmt diese Bewegung zuversichtlich. Ich stehe den allermeisten KI-Projekten und demnach auch einem Großteil der Rechenzentren hochkritisch gegenüber, aus einer ganzen Reihe von Gründen. Zu sehen, dass ich damit nicht alleine bin, macht mich wirklich froh.

Viel Spaß beim Lesen!

Martin


Verhaltensscanner in Berlin: Kreisverkehr der Kontrolle

Ein Lebensraum, 30 Kameras. Und eine Software, die permanent prüft, ob alle Anwesenden sich verhalten wie erwünscht. Am Kottbusser Tor in Berlin begann vergangene Woche die automatisierte Dauer-Überwachung. Wie verändert sie den Ort? Von Martin Schwarzbeck –
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Gegen Ausweiskontrollen im Netz.
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Datentausch und Strafverfolgung: Trump findet ersten EU-Partner zur Jagd auf Antifa-Gruppen

Washington und Budapest wollen Informationen über linke Gruppen austauschen und sie gemeinsam verfolgen. Im besonderen Fokus steht eine deutsche „Antifa Ost“. Die Bundesregierung bereitet unterdessen einen zweiten US-Gipfel zu „Linksextremismus“ in Deutschland vor. Von Matthias Monroy –
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Smartphones und Smartglasses bringen einen im Internet geformten Blick auf die Straße. Das erschwert die Bewegung im öffentlichen Raum. Von Vincent Först –
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Verhaltensscanner in Berlin: Verdrängung der Schwächsten

Jetzt läuft die Videoüberwachung mit Verhaltensanalyse in Berlin dauerhaft. Ein Datenschützer, ein Süchtiger, zwei Sozialarbeiter*innen und zwei Gewerbetreibende präsentieren ihre Perspektiven auf die neue Technologie. Von Rika Baack, Martin Schwarzbeck –
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KI, Cloud und Open Source: Die EU sucht die digitale Souveränität

Die EU will mehr digitale Souveränität. Doch statt eigene hoch leistungsfähige KI-Modelle zu entwickeln, setzt die EU-Kommission nun auf industrielle Anwendung. Bei Plänen zu souveränen Clouds bleibt eine Tür für US-Konzerne offen und Open Source bräuchte mehr Verbindlichkeit. Ein Überblick. Von Anna Ströbele Romero –
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Die europäische Protestbewegung schwappt nach Deutschland. Doch die politischen Forderungen gehen im rassistischen Getöse um Sicherheit, Krawall und Gewalt unter. Der schwachen Bundesregierung dürfte das recht sein. Ein Kommentar. Von Markus Reuter –
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„Handy-Blitzer“: Verkehrsminister möchte in alle Autos filmen

Eine neue Form der anlasslosen Massenüberwachung steht bundesweit vor der Tür. Mit KI-gestützter Videoüberwachung sollen Handy-Sünder am Steuer überführt werden. Doch Datenschützer warnen schon lange, dass die Systeme auch für anderes nutzbar wären. Von Markus Reuter –
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Auf ihrem Digitalgipfel vergab die Bundesregierung die Chance, über die gesellschaftliche Regulierung von KI zu sprechen. Stattdessen ging es einmal mehr um Wirtschaftswachstum und Datennutzung. Ein Kommentar. Von Daniel Leisegang –
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Unser Podcast „Off the Record“ wurde ausgezeichnet! Einmal im Monat nehmen wir euch mit hinter die Kulissen, das wurde nun mit einem Preis für transparenten Journalismus gekürt. Von netzpolitik.org –
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Digitalpolitik in Armenien: Transparenz in Krisenzeiten

Armenien erlebte in den vergangenen Jahren Krieg, Krisen und Revolution. Währenddessen blieben Gesetze zur Informationsfreiheit bestehen. Bei einem Ortsbesuch berichten Aktivist:innen und Medienschaffende aus dem Kaukasus-Land, wie sie sich für Transparenz engagieren und was sie sich für die Zukunft wünschen. Von Gastbeitrag, Dénes Jäger –
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